Wem gehört das Land?

Ibrahim ist ein schlanker, stattlicher Mann in den Fünfzigern. In ruhigen Worten erläutert er uns die Geschichte seines Kampfes um sein Land. Farata, das Dorf, in dem Ibrahim mit seiner Familie lebt, liegt am östlichen Rand einer der beiden „Siedlungsfinger“, die von Qalqiliya aus tief in die Westbank bis an die Stadtgrenzen von Nablus hineinragen. Wem gehört das Land? weiterlesen

Übernachten verboten: Wadi Qana Revisited

Wadi Qana, die Häuserkette auf dem Bergkamm im Hintergrund des Bildes gehört zu einer israelischen Siedlung ©EAPPI
Wadi Qana; die Häuserkette auf dem Bergkamm im Hintergrund des Bildes gehört zu einer israelischen Siedlung ©EAPPI

Jetzt bin ich gut drei Wochen im „Heiligen Land“ und die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Wenn ich aufgefordert wäre, meine Eindrücke dieser ersten Tage in einem Satz zusammenzufassen, dann würde ich antworten: Die Menschen, denen wir bisher begegnet sind, öffnen dankbar ihre Herzen, dankbar dafür, dass sie Menschen gegenüber stehen, die ihnen zuhören und denen sie mit großer Offenheit und Herzlichkeit ihre Sorgen und Nöte berichten können. Übernachten verboten: Wadi Qana Revisited weiterlesen

Tent of Nations – „Wir weigern uns, Feinde zu sein“

Daoud Nasser - Tent of Nations
Daoud Nasser – Tent of Nations

Daoud Nasser ist ein eindrucksvoller Mensch: Er scheint gleichzeitig an mehreren Orten sein zu können: wenn Studenten helfen beim Bäume pflanzen und abernten, je nach Jahreszeit. Wenn sie dort praktizierte Müllvermeidung organisieren, als gelte es zu beweisen, dass Palästina ganz viel weniger schädlichen und landschaftszerstörenden Abfall produzieren könnte. Wenn sie anfangen, das Regenwasser in ihrem Zentrum in einem großen unterirdischen Becken aufzufangen, und es dann auf andere Stellen umpumpen, mit Sonnenenergie natürlich, die intensiv genutzt wird. Wenn seine Frau und er wo auch immer gebraucht werden. Sie sind bekannt und geschützt durch ihre Bekanntheit in den neuen Medien und die stete internationale Präsenz. Tent of Nations – „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ weiterlesen

Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 1

Agricultural Checkpoints – Getrennt von Feldern und Plantagen

Der Landwirtschafts-Checkpoint in Quaffin
Der Landwirtschafts-Checkpoint in Quaffin

Seit Ende April bin ich mit meinem kleinen Team von 3 EAs (Ecumenical Accompaniers) im Standort in Tulkarm. Es handelt sich überwiegend um ein sehr fruchtbares landwirtschaftliches Gebiet, in dem viele Bewohner vom Ackerbau leben. Da Tulkarm am Fuße des palästinensischen Berglandes liegt, treten hier viele Wasserquellen zu Tage. Viele der örtlichen Brunnen haben bereits vor der israelischen Staatsgründung existiert und deshalb ist das Wasserproblem in diesem Gebiet vergleichsweise klein. Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 1 weiterlesen

Verzweiflung, Solidarität, Hoffnung

Mehr als zehn Jahre Ökumenische Begleiter in Jayyous

Als  EAPPI im Jahre 2002 begonnen wurde, war das palästinensische Dorf Jayyous mit seinen damals 3000 Einwohnern eine der ersten Ortschaften, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensdienstes ihre Arbeit aufnahmen. Ihre Aufgabe war es, Menschen in einer Situation zu begleiten, die durch den Bau der israelischen Sperranlage täglich bedrückender wurde. Verzweiflung, Solidarität, Hoffnung weiterlesen

Gefällte Bäume – israelische Siedler machen Palästinensern das Leben schwer

Ein Bericht aus Betlehem

Von israelischen Siedlern gefällte Olivenbäume in dem palästinensischen Dorf Nahhalin
Von israelischen Siedlern gefällte Olivenbäume in dem palästinensischen Dorf Nahhalin

Als Rabah Fenoon, ein palästinensischer Bauer aus Nahhalin in der Nähe von Betlehem  am Dienstagmorgen zu seinem Olivenhain geht, steht er erschüttert vor achtzig frisch gefällten Bäumen. Auf einen Schlag ist das ein Verlust von ca. 25 000 NIS, umgerechnet 5 000 Euro, für den diesjährigen Ernteausfall. Der langfristige Schaden ist viel schwerwiegender. Gefällte Bäume – israelische Siedler machen Palästinensern das Leben schwer weiterlesen

Yanoun

Blick auf Yanoun und die israelische Siedlung auf dem Hügel
Blick auf Yanoun und die israelische Siedlung auf dem Hügel (Foto: Jean Anderson)

Yanoun ist ein kleines Dorf mit ca. 100 EinwohnerInnen südöstlich von Nablus in der West Bank. Das Dorf liegt in der Nähe der israelischen Siedlung Itamar und wird überragt von Außenposten dieser Siedlung. Die Siedler von Itamar haben Yanoun und seine EinwohnerInnen in der Vergangenheit immer wieder belästigt und angegriffen.
Die Hauptaufgaben von EAPPI in Yanoun sind vor diesem Hintergrund:

  •  internationale Präsenz zeigen, um damit die Siedler von weiteren Angriffen abzuhalten
  • Beziehungen zu den Familien im Dorf aufbauen, mit Kindern spielen und z. B. bei Englischhausaufgaben helfen
  • die umliegenden Dörfer besuchen und anwesend  sein z. B. bei landwirtschaftlichen Arbeiten in der Nähe von Siedlungen, teilweise in Zusammenarbeit mit israelischen Friedensgruppen wie z. B. den Rabbinern für Menschenrechte
  • Checkpointbeobachtung in der Umgebung
  • Hilfe bei der Olivenernte

Jayyous

Ökumenischer Begleiterin Jayyous an Übergang im israelischen "Zaun"
Ökumenischer Begleiter am Landwirtschafttor in Jayyous

Jayyous, ein Dorf mit ca. 3000 Einwohnern, die von der Landwirtschaft leben, findet durch den Verlauf des Grenzzauns rund 75 % seiner Ackerflächen hinter dem Zaun. Die Bauern können diese nur mit Passierscheinen erreichen. Dazu müssen sie durch Landwirtschaftstore, die dreimal täglich geöffnet werden.

Aufgaben des Teams sind:

  • Beobachtung der Landwirtschaftstore in Jayyous und dem Nachbarort Falamya und Dokumentation der tatsächlichen Öffnungs- und Schließzeite
  • Ünterstützung der Dorfbewohner bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten
  • Kontakt mit verschiedenen Organisationen z.B. wegen Passierscheinen, Landraub und Festnahmen durch das israelische Militär

Umzingelt: Yanoun

Der Tag beginnt früh in Yanoun. Spätestens um 6 Uhr ist der Hahn, der einen neuen Tag ankündigt, nicht mehr zu überhören. Schon früh spielen Kinder auf der Straße oder warten auf den Schulbus. Während die meisten Männer gemächlich ihre Schafe durch den Ort treiben, backen die Frauen Brot und melken die Schafe. Hier und da sitzt jemand vor dem Haus und trinkt Tee oder Kaffee. Umzingelt: Yanoun weiterlesen