„Darum stehe ich hier“

Das Plädoyer einer Tochter von Holocaustüberlebenden gegen die Gleichgültigkeit und für Solidarität mit den Palästinensern

Ob bei den „Women in Black“ oder bei den Protesten gegen die Zwangsräumung palästinensischer Familien in Sheikh Jarrah: Die israelische Künstlerin Rosemary Solan engagiert sich für ein Miteinander von Israelis und Palästinensern  – und ein zentrales Motiv dafür liegt in den Holocaust-Erfahrungen ihrer Familie.

Seit mehr als zehn Jahren jeden Freitag im palästinensischen Ostjerusalemer Stadtviertel Sheikh Jarrah: Israelis protestieren gegen die Besatzung und für die Zwei-Staaten-Lösung. Foto © EAPPI
Seit mehr als zehn Jahren jeden Freitag im palästinensischen Ostjerusalemer Stadtviertel Sheikh Jarrah: Israelis protestieren gegen die Besatzung und für die Zwei-Staaten-Lösung. Foto © EAPPI

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Tourismus mit Tiefgang

Alle Teilnehmer/innen am „Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel“ treffen sich zur „Midterm Orientation“ in Jerusalem. Um sich über die vielen nachhaltig irritierenden Beobachtungen in den ersten Wochen in Tulkarem, Yanoun, Jericho, Jerusalem, Bethlehem, Hebron und den South Hebron Hills auszutauschen und die Vielzahl widersprüchlicher Eindrücke zu verarbeiten, ist diese Woche sehr willkommen. Aber es stehen nicht nur der Austausch und das Nachdenken über die Erfahrungen der vergangenen Wochen auf dem Programm. Wir werden Gelegenheit haben, unsere Sicht auf die jüdisch-israelische Seite, die bisher an vielen Tagen auf die Wahrnehmung der israelischen Soldaten als Vertreter der Besatzungsmacht reduziert war, ganz wesentlich zu erweitern. So hoffen wir – und wir werden nicht enttäuscht. Über einige unserer Begegnungen in dieser Woche möchte ich berichten. Tourismus mit Tiefgang weiterlesen

New Profile – für eine entmilitarisierte Gesellschaft

Ruth Hiller, Foto: Albin Hillert/WCC
Ruth Hiller, Foto: Albin Hillert/WCC

Nun ist auch unsere „Halbzeitpause“, das Zwischenseminar in Haifa und Jerusalem, schon wieder einige Tage vorbei. Ein buntes und volles Programm hat diese Woche geprägt und wir hatten nicht nur Gelegenheit, einige Tage etwas anderes zu sehen, sondern vor allem auch, mit verschiedenen israelischen Friedensaktivist*innen und -organisationen ins Gespräch zu kommen. Besonders in Erinnerung ist mir der Vortrag von Ruth Hiller geblieben. Ruth hat die feministische Organisation New Profile mitgegründet, die sich für eine Entmilitarisierung der israelischen Gesellschaft sowie für das Recht auf Verweigerung des Militärdiensts einsetzt[1].

Ruths Vortrag beginnt sehr persönlich: Sie berichtet uns, wie sie in eine tiefe Sinnkrise gestürzt sei, als ihre älteste Tochter zum Militär musste. New Profile – für eine entmilitarisierte Gesellschaft weiterlesen

Shabbatmesse

Die Zeit vergeht wie im Flug. Jetzt haben wir bereits schon das Midtermtraining hinter uns, welches ungefähr in der Mitte unseres Einsatzes stattfindet. Eine Woche lang sind wir durch Israel gereist und haben verschiedene Menschen und Institutionen, vor allem Nichtregierungsorganisationen (NGOs) kennengelernt. Dabei sind uns sehr viele spannende Menschen begegnet und über jeden von ihnen könnte man einen eigenen Artikel schreiben.

Rabbinerin Alona Nir © EAPPI
Rabbinerin Alona Nir © EAPPI

Besonders inspirierend fand ich die Rabbinerin Alona Nir. Alona wurde am Hebrew Union College Jerusalem als Reform Rabbinerin ordiniert und seit 2017 ist sie die Rabbinerin der Synagoge Kehilat Mevasseret Zion in West-Jerusalem. Außerdem hat sie einen Master in Konfliktbewältigung von der Hebrew University und hat mehr als 15 Jahre in der informellen jüdischen Bildung im In- und Ausland gearbeitet. Shabbatmesse weiterlesen

Aufwachsen in den besetzten palästinensischen Gebieten

Al Auja ist eine kleine Stadt im Jordantal, nördlich von Jericho. Wir besuchen dort eine Beduinenfamilie. Die Familie wurde 1948 aus En Gedi am Toten Meer vertrieben. Seit 30 Jahren wohnen sie an diesem Platz in Al Auja, aber schon dreimal wurden ihre Zelte abgerissen. Auch für das jetzige gibt es eine Abrissankündigung. Aufwachsen in den besetzten palästinensischen Gebieten weiterlesen

Frauenleben in den besetzten palästinensischen Gebieten

Die Mütterschule
Mütterschule

Es gibt einige Mütterschulen in den ländlichen Gebieten der Westbank. Was und wie viel dort passiert, hängt vom Engagement der Leiterin ab. Eher zufällig treffen wir Amal, die Leiterin der Mütterschule in Yatma. Sie ist eine kleine energische Frau. Das vielfältige Angebot ihrer Schule geht weit über die Grundbedürfnisse von Müttern und werdenden Müttern hinaus. Frauenleben in den besetzten palästinensischen Gebieten weiterlesen