Begegnungen

Ahmeds Schafe in den South Hebron Hills, im Hintergrund die Siedlung Susya ©EAPPI
Ahmeds Schafe in den South Hebron Hills, im Hintergrund die Siedlung Susya; ©EAPPI

Vor einiger Zeit besuchte ich unsere EAPPI-Kolleginnen im Einsatzgebiet südlich der Stadt Hebron. Im Rahmen unserer „Protective Presence“, der teilnehmend-beschützenden Anwesenheit, wie ich es übersetzen möchte, lernte ich den Schäfer Ahmed kennen. Der Schäfer begleitet ohne einen Hund, aber mit seinen energischen unterschiedlichen Rufen und Tönen, etwa 70 Schafe, die in dem kargen Boden immer noch Essbares finden, und sei es das Stroh von der letzten Ernte, das vom leichten Durchpflügen noch obenauf liegt. Es hat ja seit mindestens 3 Monaten nicht mehr geregnet, und etwa ebenso lang muss man auch noch auf die nächste Regenzeit warten. Begegnungen weiterlesen

Besatzung muss ein Ende haben!

Ahmed Sayarah, Foto CometME
Ahmed Sayarah, Foto CometME

„Ich engagiere mich bei CometME, weil es mich mit Hoffnung erfüllt, mit dieser einzigartigen Gruppe Menschen zusammenzuarbeiten, denen es ein Anliegen ist, die Grundbedürfnisse von Gemeinden in Palästina zu erfüllen, von denen viele Leute noch nie gehört haben. Manchmal, wenn mich die Situation wieder einmal hoffnungslos stimmt, dann erinnert mich meine Arbeit daran, dass es immer noch eine Chance gibt für einen positiven Wandel in dieser Region. CometME ist für mich wie eine Fenster nach draußen, anders als die traurige Realität hier vor Ort, in den Medien, den Zeitungen. Dieser kleine Ort bringt ein paar Israelis und Palästinenser zusammen, die das gleiche Ziel haben: vernachlässigte, nicht anerkannte und arme palästinensische Gemeinden mit Wasser und Elektrizität zu versorgen. Es ist eine kleine Organisation, aber sie hat eine große Wirkung vor Ort, und es erfüllt mich mit Stolz, an den Projekten von CometME mitzuarbeiten, die Leben verändern.“ (Ahmad Sayareh, Experte für Wasserqualität bei CometME*) Besatzung muss ein Ende haben! weiterlesen

Immer wieder freitags: Das Memorial in Birin

Karte: UNOCHA
Karte: UNOCHA

Jeden Freitag kommen Siedler aus der nahegelegenen Siedlung Pnei (Pene) Hever zum Mitzpe Ziv Memorial nach Birin, das zum Gedenken an zwei im März 2003 versehentlich von israelischen Soldaten erschossene Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma errichtet wurde. Die beiden jungen Männer waren mit der Bewachung eines Siedlungsaußenpostens beauftragt worden. Auf palästinensischen Land, bewaffnet und in ziviler Kleidung, hatten Soldaten sie für palästinensische Terroristen gehalten (1). Zu dieser Zeit war die zweite Intifada in vollem Gange. Immer wieder freitags: Das Memorial in Birin weiterlesen

‚Land Action‘ mit Ta’ayush in Um al Arais

Mitglieder von Ta'ayush und EAs begleiten eine Landaktion in Um al Arais im Sommer 2016; photo © EAPPI
Mitglieder von Ta’ayush und EAs begleiten eine Landaktion in Um al Arais im Sommer 2016; photo © EAPPI

Ta’ayush heißt auf Arabisch „gemeinsam leben“. Die israelisch-palästinensische Graswurzelbewegung wurde im Jahr 2000 gegründet. Ihr Ziel ist es, mit einer gleichberechtigten Partnerschaft ein Zeichen zu setzen für die Überwindung von Rassismus und Segregation und für ein Ende der Besatzung. ‚Land Action‘ mit Ta’ayush in Um al Arais weiterlesen

Stimmen aus Susiya vor der drohenden Räumung

Teile des palästinensischen Susiya, am rechten oberen Bildrand die Ausgrabungsstätte/Old Susiya
Teile des palästinensischen Susiya, am rechten oberen Bildrand die Ausgrabungsstätte/Old Susiya

Noch bevor ich mich als EA beworben hatte und ohne je vorher in Palästina gewesen zu sein, hatte ich schon den Namen Susiya gehört. Susiya ist eine Hochburg des friedlichen Widerstands, die es innerhalb der letzten zehn Jahre geschafft hat, international wahrgenommen zu werden. Für den 26.Februar war ein Gerichtsurteil über die Zerstörung der Gemeinde erwartet wurden, seither wird der Termin immer wieder verschoben. Stimmen aus Susiya vor der drohenden Räumung weiterlesen

Das komplizierte Leben eines Farmers

Qawawia im Auschnitt einer Karte des UNOCHA
Qawawis im Auschnitt einer Karte des UNOCHA

Jibreen ist Farmer und lebt im kleinen Dorf Qawawis in den South Hebron Hills (siehe Karte). Am 8.Februar wurde er von der israelischen Polizei festgenommen. An diesem Tag hatten wir ihn mit seinen etwa 40 Schafen und einigen Lämmern ganz in der Nähe seines Wohnortes begleitet. Er hatte in der Vergangenheit immer wieder Übergriffe von Siedlern erlebt und daher unsere Präsenz als Schutzmaßnahme angefragt. Das komplizierte Leben eines Farmers weiterlesen

Dkaika – ein Dorf am Ende der Welt

Dkaika - Karte UNOCHA-OPT
Dkaika – Karte UNOCHA-OPT

Dkaika liegt im äußersten Süden des Westjordanlands, ganz am Rande der South Hebron Hills in Area C, die unter vollständiger israelischer Kontrolle steht. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Grüne Linie, die Waffenstillstandsgrenze von 1949, die heute international als Grenze zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten anerkannt wird. Die Trennbarriere wurde hier noch nicht gebaut, an vielen anderen Stellen der Westbank schneidet sie als Mauer oder Zaun tief in palästinensisches Gebiet ein. Und auch die geplante Route nahe Dkaika würde nicht der Grünen Linie folgen (siehe Karte). Obwohl das Dorf nur ungefähr 30 km von unserer Basis in Yatta entfernt liegt, benötigen wir mit unserem Fahrer mehr als 40 Minuten dorthin, das letzte Stück ist Piste und das allerletzte Stück gehen wir zu Fuß. Dkaika – ein Dorf am Ende der Welt weiterlesen

Fußball – Eine andere Form des Widerstands

Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir
Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir

Die beiden Fußballteams von Um al Kheir und Susiya treffen sich zu einem Freundschaftsspiel an einem Donnerstag im März. Beide Dörfer liegen in den sogenannten C-Gebieten der South Hebron Hills und streiten seit vielen Jahren mit israelischen Behörden um eine rechtmäßige Anerkennung. Während die Menschen in Um al Kheir umsiedeln sollen, weil ihr Dorf direkt an die israelische Siedlung Karmel grenzt, sind Familien in Susiya in ihrer Existenz bedroht, da ihr ursprüngliches Dorf 1986 aufgrund seiner archäologischen Bedeutung in ein Museum umgewandelt wurde. Seitdem leben sie „illegal“ auf ihrem angrenzenden Farmland. Fußball – Eine andere Form des Widerstands weiterlesen

South Hebron Hills

 EAs mit Beduinen in den South Hebron Hills (Foto: Bjoern Moback)
EAs mit Beduinen in den South Hebron Hills (Foto: Bjoern Moback)

Im Juli 2011 wurde in Yatta, ca. 20km südlich von Hebron, ein neues Placement eröffnet. Es soll den Bewohnern in der Region der South Hebron Hills, welche unter israelischer Kontrolle steht, Schutz bieten.

Die (Zelt-)Dörfer Susiya, Um al Kehr, Wadi Jhesch, Am Niyr, ASeefer stehen im Mittelpunkt unsere Arbeit. Sie sind vor allem von Hauszerstörungen und Siedlergewalt bedroht.

Das EAPPI-Team beobachtet auch den Metar Checkpoint, der täglich von ca. 1500-2000 Arbeitern genutzt wird. Außerdem begleiten die EAs Schulkinder durch den Beit Yatir Checkpoint.

Archäologie gegen Menschen

Ein Bericht aus den South Hebron Hills

Familie Nawaja in Susya
Familie Nawaja in Susya

Langsam und müde geht Muhammad Nawaja auf den Ausgang der Ausgrabungsstätte zu. Dicht hinter ihm, wie eine Drohkulisse, der Militärjeep, der ihm im Schritttempo folgt, bis er das Gelände endgültig verlassen hat. Eine absurde Szene aus dem 2010 von Dani Rosenberg und Yoav Gross gedrehten Dokumentarfilm „Susya“. Archäologie gegen Menschen weiterlesen