Fühle! Kuschle dich auf den wackligen Matratzen unter die weichen Decken. Genieße die Wärme der Sonne, die Frische der Brise, die Festigkeit der Frucht, die Struktur eines Steins.
Höre zu! Erwache mit dem Ruf zum Gebet. Höre den Hahn und den bellenden Hund. Ein Bulldozer? Nein! Das Traumland verweht, ein neuer Tag beginnt. Schlafzimmer, Toilette, Wasser – sicher für einen weiteren Tag. Kinderstimmen wehen über die Straße, Aufklärungsflieger und Drohnen am Himmel.
Morgenstimmung in Yatta, südliche Hebronberge
Susiya: An ruhigen Tagen lässt sich in dieser Landschaft träumen.
Mirkez: Haus und Wassertank wurden durch das israelische Militär zerstört. Die Solarpanele wurden beschlagnahmt. Für Palästinenser im C-Gebiet ist es fast unmöglich, Baugenehmigungen zu erhalten. Illegales Bauen ist daher an der Tagesordnung und der Abriss des Hauses ein Risiko, mit dem die Menschen leben.
Jinba: Unter einem zerstörten Haus bleibt noch die Höhle. Diese zuvor traditionelle Behausung stellt jetzt den Rückzugsort dar. Rechts im Bild der „Batterieschrank“ mit den aus Solarpanelen gespeisten Batterien. Diese wurden übersehen und daher durch das israelische Militär nicht konfisziert.
Halaweh: Ein EAPPI Teilnehmender dokumentiert eines der zerstörten Gebäude. Bei diesem Hof blieben die Solarpanele unangetastet.
Massafer Yatta: Schönheit und Kargheit der Landschaft kurz vor der Wüste Negev. Auch hier im Hintergrund ein abgerissenes Gebäude.
Susiya: Hier lebten bis vor kurzem Menschen. Auch die behelfsmäßige Plane, die als Dach diente, wurde konfisziert.
Susiya: Ein paar hundert Meter vom Ort der Zerstörung entfernt steht der Spielplatz.
Khallet Al Fouran: Eine Teilnehmende des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI) begleitet Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule in Birin. Die Schulwegbegleitung wurde aufgrund von Spannungen mit israelischen Siedlern durch die Eltern aus Khallet Al Fouran angefragt.
Qawawis: Zur schützenden Präsenz auf der Schafweide gehört auch die gemeinsame Brotzeit.
Susiya: Obschon der palästinensische Schäfer sich auf Land im Besitz seiner Familie befindet, wird er vom israelischen Militär angewiesen, den Platz zu verlassen. Er soll mindestens 100 Meter Abstand halten zur israelischen Siedlung Suseya.
Im Vordergrund der palästinensische Ort Um Al Kheir, im Hintergrund die israelische Siedlung Karmel. Hier leben Beduinen und israelische Siedler nur durch zwei Zäune und einen knappen Landstreifen dazwischen getrennt. Immer wieder kommt es zu Konflikten.
Qawawis: Selbst auf der kargsten Schafweide findet sich immer auch ein Farbfleck.
Qawawis: Getreideanbau und Olivenhaine sichern für viele Menschen ein Auskommen.
Um Leskwas, kurz vor der Grenze zu Israel: Schützende Präsenz und Erntehilfe lassen sich gut vereinbaren. Die EAPPI Teilnehmenden wurden angefragt, weil die palästinensischen Landwirte Konflikte mit den Siedlern eines nahegelegenen Außenpostens befürchteten.
Um Al Kheir: Ein Lächeln inmitten widriger Lebensumstände.
Tagestour durch die südlichen Hebronberge mit „Breaking the Silence“: die israelische Organisation sammelt Zeugnisse von Soldaten und Soldatinnen, die in den besetzten palästinensischen Gebieten gedient haben. Als Zeitzeugen berichten sie aus dem militärischen Alltag und brechen ein Tabu: sie kritisieren die Besatzung und fordern ihr Ende.
Akkaba, nördlich von Tulkarem: Bauern nutzen ein sogenanntes „landwirtschaftliches Tor“. Da die Route der Trennbarriere durch besetztes Gebiet verläuft, leben die Bauern heute östlich der Sperranlage, ein Teil ihres Landes liegt westlich davon. Zu festen Zeiten, jeweils 2-3-mal täglich, können sie die Trennbarriere überqueren, sofern sie im Besitz eines Passierscheins sind.
Qalandia: Während des Ramadan passieren tausende Menschen diesen Checkpoint auf dem Weg zum Freitagsgebet in Jerusalem. Im Bild das Zugangstor für Frauen.
Westjerusalem: Seit über 30 Jahren halten die „Frauen in Schwarz“ wöchentliche Mahnwachen ab und fordern ein Ende der Besatzung.
Westjerusalem: Gegendemonstration zur Mahnwache der „Frauen in Schwarz“ an der gleichen belebten Kreuzung.
Ostjerusalem, im Viertel Sheikh Jarrah: Israelis, Palästinenser und internationale Engagierte demonstrieren gegen die Vertreibung von Palästinensern aus Teilen Ostjerusalems.
Bethlehem: vermutlich wären Engel hilfreich.
Abendstimmung in Yatta, südliche Hebronberge
Schmecke! Frisches warmes Brot getunkt in Olivenöl, süßer Tee. Bitterer schwarzer Kaffee.




