Das einsame Dorf

„Ich kann euch nicht in dieses Dorf gehen lassen, das ist gefährlich. Das ist ein muslimisches Dorf. Die Einwohner werfen Steine auf Fremde und schießen sogar manchmal auf sie“, sagte der Soldat an dem Checkpoint zu uns.

Wir waren auf dem Weg in das Dorf „An Nu´man“. Wir mussten den Checkpoint, an dem wir nun standen, nicht passieren, sondern wurden von den Soldaten zu ihm gerufen. Die Straße, die nach An Nu´man führt, ist mit einer Schranke verschlossen, der Fußgänger Checkpoint nicht besetzt. Das einsame Dorf weiterlesen

„In Berlin ist die Mauer auch gefallen!“

Morgens am Checkpoint 300

EA in der Warteschlange am Checkpoint 300
EA in der Warteschlange am Checkpoint 300

Es ist kalt, es ist nass und es ist dunkel. Halb fünf Uhr morgens: Ein palästinensischer Arbeiter fragt mich verzweifelt „Sag mir, sind wir Tiere“? Dabei zeigt er auf einen seiner Mitmenschen, der sich durch einen ca. 25cm hohen Spalt unter einem Metallgitter hindurchzwängt. Niemals im Leben hätten wir gedacht, dass dort ein Mensch hindurchpassen würde. An diesem Morgen sind es mehr als hundert Männer die so versuchen, die menschenunwürdige, elendige und Stunden dauernde Prozedur am Checkpoint ein wenig zu verkürzen. „In Berlin ist die Mauer auch gefallen!“ weiterlesen

Verzweiflung, Solidarität, Hoffnung

Mehr als zehn Jahre Ökumenische Begleiter in Jayyous

Als  EAPPI im Jahre 2002 begonnen wurde, war das palästinensische Dorf Jayyous mit seinen damals 3000 Einwohnern eine der ersten Ortschaften, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensdienstes ihre Arbeit aufnahmen. Ihre Aufgabe war es, Menschen in einer Situation zu begleiten, die durch den Bau der israelischen Sperranlage täglich bedrückender wurde. Verzweiflung, Solidarität, Hoffnung weiterlesen

Jayyous

Ökumenischer Begleiterin Jayyous an Übergang im israelischen "Zaun"
Ökumenischer Begleiter am Landwirtschafttor in Jayyous

Jayyous, ein Dorf mit ca. 3000 Einwohnern, die von der Landwirtschaft leben, findet durch den Verlauf des Grenzzauns rund 75 % seiner Ackerflächen hinter dem Zaun. Die Bauern können diese nur mit Passierscheinen erreichen. Dazu müssen sie durch Landwirtschaftstore, die dreimal täglich geöffnet werden.

Aufgaben des Teams sind:

  • Beobachtung der Landwirtschaftstore in Jayyous und dem Nachbarort Falamya und Dokumentation der tatsächlichen Öffnungs- und Schließzeite
  • Ünterstützung der Dorfbewohner bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten
  • Kontakt mit verschiedenen Organisationen z.B. wegen Passierscheinen, Landraub und Festnahmen durch das israelische Militär