Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 2

Ein ganz normaler Morgen am Checkpoint At Tayba

Wer zuerst kommt hat die besten Chancen auf Arbeit
Wer zuerst kommt hat die besten Chancen auf Arbeit *

Um 2:20 h aufstehen um zu frühstücken.
Um 2:50 h gehst du zum Taxi und fährst mit drei anderen Männern zum Checkpoint, den du um 3:20 h erreichst.
Morgengebet am Checkpoint.
Du reihst dich ein in eine der drei Schlangen am Checkpoint, setzt dich neben andere Arbeiter auf den Boden oder auf einen der mitgebrachten Eimer, denn du bist todmüde. Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 2 weiterlesen

Mit gewissem Abstand

Rückblick auf eine Zeit als ökumenischer Begleiter in Bethlehem

erschienen im Schneller-Magazin 02/2016

Denis_BethlehemIch bin zurück im gewohnten und wohlbehüteten Umfeld, zurück in einer Realität, die sich erst einmal gar nicht mehr nach meiner anfühlt. Drei Monate können ganz schön prägend sein. Die Zeit als EA (Ecumenical Accompanier, ökumenischer Beobachter) ist sehr intensiv gewesen und voll an neuen Eindrücken. Und die muss ich nach meiner Rückkehr aus Bethlehem erst einmal aufarbeiten.

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Beit Fajjar – Ein Dorf unter kollektiver Bestrafung

Verlassener Steinbruch in Beit Fajjar
Verlassener Steinbruch in Beit Fajjar

Wir verlassen Bethlehem Richtung Süden und kommen nach Beit Fajjar – ein Dorf, das in den B- und C-Gebieten des Westjordanlands liegt und somit der israelischen Militärverwaltung unter-liegt. Nach einer mehrtägigen Straßensperre ist ein Zugang heute wieder möglich. Ein Dorf „abgeriegelt“ – was bedeutet das? Beit Fajjar – Ein Dorf unter kollektiver Bestrafung weiterlesen

Fußball – Eine andere Form des Widerstands

Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir
Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir

Die beiden Fußballteams von Um al Kheir und Susiya treffen sich zu einem Freundschaftsspiel an einem Donnerstag im März. Beide Dörfer liegen in den sogenannten C-Gebieten der South Hebron Hills und streiten seit vielen Jahren mit israelischen Behörden um eine rechtmäßige Anerkennung. Während die Menschen in Um al Kheir umsiedeln sollen, weil ihr Dorf direkt an die israelische Siedlung Karmel grenzt, sind Familien in Susiya in ihrer Existenz bedroht, da ihr ursprüngliches Dorf 1986 aufgrund seiner archäologischen Bedeutung in ein Museum umgewandelt wurde. Seitdem leben sie „illegal“ auf ihrem angrenzenden Farmland. Fußball – Eine andere Form des Widerstands weiterlesen

Stichtag 5.Juni: Bewerbungsschluss für den Einsatz mit EAPPI

Ökumenischer Begleiter in Hebron mit Kindern auf dem Weg zur Schule
Ökumenischer Begleiter in Hebron mit Kindern auf dem Weg zur Schule

Seit 2002 haben über 1500 Menschen aus aller Welt am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel teilgenommen. Viele beschreiben diese Erfahrung als eine, die das eigene Leben verändert: die Sicht auf einen Konflikt, der mehrheitlich polarisiert; die Herausforderung, jedes Gegenüber zuerst als Mensch zu sehen; sich selbst und das eigene Handeln in einer derart angespannten Umgebung stets neu zu hinterfragen. Sie alle verbindet ein Schatz an Begegnungen mit Menschen in Palästina und Israel, die Hoffnung spenden, sei es in Form von Gastfreundschaft, durch interessante Gespräche oder eine nahezu unerschütterliche Standhaftigkeit. Stichtag 5.Juni: Bewerbungsschluss für den Einsatz mit EAPPI weiterlesen

Wasser im Jordantal – Zwischen Überfluss und Mangelware

Khaled (links) und Mohammad, zwei Bauern in Al Jiftlik, haben das Ernten der Zucchini kurz unterbrochen, um mit uns zu sprechen. Ab Juni (bis September) werden sie aufhören müssen zu arbeiten, weil kein Wasser für die Felder mehr vorhanden sein wird.
Khaled (links) und Mohammad, zwei Bauern in Al Jiftlik, haben das Ernten der Zucchinis kurz unterbrochen, um mit uns zu sprechen. Ab Juni (bis September) werden sie aufhören müssen zu arbeiten, weil kein Wasser für die Felder mehr vorhanden sein wird.

Das Thema Wasser ist eines der wichtigsten in der Westbank und besonders im Jordantal. Fahren wir über Land in die Gemeinden, zu den Bauern, den Arbeitern und Arbeiterinnen oder den Hirtenfamilien, dann berichten sie über den Wassermangel, die Höhe der Wasserpreise, das Fehlen oder die Zerstörung von Wasserinfrastruktur. Wasser im Jordantal – Zwischen Überfluss und Mangelware weiterlesen

Menschlichkeit im Raketenhagel – Stimmen der Vernunft in Sderot

Sderot an der Grenze zum Gaza-Streifen
Sderot an der Grenze zum Gaza-Streifen

Wie lebt es sich in einer israelischen Stadt, in der seit 15 Jahren Raketen militanter palästinensischer Gruppierungen aus dem Gazastreifen menschliches Leid verursachen? In einer Stadt, in deren unmittelbarer Nachbarschaft drei Gazakriege (2008, 2012, 2014) immense Verwüstungen und tausende Tote hinterlassen haben? Wir haben die Friedensaktivistin Nomika Zion in Sderot getroffen und von ihr erfahren dürfen, wie der Alltag knappe drei Kilometer entfernt vom Gazastreifen aussieht. Menschlichkeit im Raketenhagel – Stimmen der Vernunft in Sderot weiterlesen

Morgens halb zehn in al-Khadr

EAs und Schüler der Secondary Boys School in al-Khadr, Bethlehem
EAs und Schüler der Secondary Boys School in al-Khadr, Bethlehem

Zugegeben, auch mir fällt es manchmal schwer, diesem Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu widersprechen, denn was weiß ich schon vom tatsächlichen Gefühl der Ohnmacht angesichts der seit Jahrzehnten andauernden Strapazen und Enttäuschungen im Heiligen Land. Doch höre ich auch andere Stimmen, für die das Wort „inshallah“ („so Gott will“) eine andere, eine lebenswertere Zukunft in Aussicht stellt… Morgens halb zehn in al-Khadr weiterlesen

Samia – Zukunftsvisionen einer Lehrerin aus Hebron

Teil 4 der Portraitreihe: Unter Besatzung – Palästinensische und israelische Alltagsstimmen

EAs begleiten Kinder auf dem Weg zur Cordoba Schule
EAs begleiten Kinder auf dem Weg zur Cordoba Schule

Eigentlich ist es wie überall auf der Welt: morgens schauen die Jungen und Mädchen mit ihren riesigen Rücksäcken uns EAs nur missmutig an oder ignorieren unser „Sabah al-chier“ (Guten Morgen) sogar gänzlich. Mittags jedoch sind sie alle froh, dass die Schule endlich vorbei ist und sie sind super aufgedreht. Plötzlich sind sie zu freundlichen, schüchternen Unterhaltungen aufgelegt, in denen sie stolz ihre Englischkenntnisse präsentieren. Oder sie machen sich frech Späße mit uns und reizen ihre Grenzen aus. Dafür braucht man nicht einmal Englisch. Und doch ist alles in Hebron so anders, als ich es beispielsweise von meinem Schulweg her kenne. Samia – Zukunftsvisionen einer Lehrerin aus Hebron weiterlesen