„Hoffnung aus Jerusalem?“ – so sollte der Titel meines zweiten Berichtes aus Jerusalem heißen. Ich begann ihn zwei Wochen bevor am 28.2. die ersten Sirenen ganz Jerusalem alarmierten und uns zuriefen: ‚Der nächste Krieg hat begonnen, begebt Euch in die Schutzräume, falls ihr welche habt’.
Schon vor dem Krieg hielt ich es für sehr kühn, in diesen Zeiten über „Hope from Jerusalem“ zu schreiben, aber die von der israelischen Menschenrechtsorganisation Ir Amim (übersetzt „Stadt der Nationen“) veröffentlichten 13 Prinzipien forderten mich heraus. Nun, 22 Tage nach Kriegsbeginn und zurück in Deutschland, scheint dieser Titel um so vieles absurder und bizarrer. Aber unter dem Dröhnen der vollgeladenen Flieger Richtung Teheran und den zischenden Geräuschen der iranischen Gegenraketen und den knalllauten Treffern des Iron Dome Abwehrsystems dürfen die Themen und konstruktiven Anstrengungen kluger Aktivist:innen dieser Stadt, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, nicht verschüttet werden. Dazu will ich beitragen und so möge dieser Beitrag trotz der grimmigen Fratze des erneuten Krieges nicht seine Bedeutung verlieren und auf offene Ohren treffen.
„Hope from Jerusalem“ – 13 Prinzipien der Menschenrechtsorganisation Ir Amim für israelisch-palästinensischen Frieden in Jerusalem als Hauptstadt beider Völker[1]
„In West-Jerusalem gibt es Bürgersteige, in Ost-Jerusalem nicht, in Westjerusalem sieht man den Straßen an, dass die Müllabfuhr funktioniert, in meinem Stadtteil Al Ram, der hinter der Trennbarriere liegt, aber zum Verwaltungsbezirk Jerusalem gehört, stapeln sich Müllberge in vielen Straßen, die von Zeit zu Zeit von verärgerten Bürgern angezündet werden und gesundheitsschädlichen Rauch verursachen.“ Das berichtet unser Fahrer. Während des Ramadan 2024 sei die lokale Müllsammelstation von den israelischen Behörden zerstört worden – ohne Vorankündigung, ohne schriftlichen Gerichtsbeschluss, ohne vorherige Zerstörungsanweisung, ohne Information an die zuständige Kommune. Und er fährt fort:
„Ich kann an der Straßenqualität genau erkennen, ob die Straße in Ost- oder in Westjerusalem verläuft. Im Westen werden Straßen komplett saniert, im Osten werden kaputte Stellen ausgebessert. Stattdessen wird das Geld in die Zerstörung unserer Infrastruktur und in den Ausbau der Straßen in die umliegenden Siedlungen wie Maale Adumim gesteckt… und mit Straßenbaumaßnahmen das E1 Siedlungsprojekt vorbereitet, dass die Westbank in zwei voneinander getrennte Teile teilen wird. Die Lebensbedingungen von Palästinenser:innen in der Westbank und Bewohner:innen der israelischen Siedlungen werden sich dadurch noch drastischer unterscheiden, Verzweiflung und Wut werden nur noch weiter zunehmen.“[2]

Dem Ausbau und Weiterbau von Siedlungen, sowohl in als auch rund um Jerusalem, in denen hauptsächlich jüdische Israelis bezahlbaren Wohnraum finden, kann man täglich zuschauen, dem zwangsweisen Abbruch von Häusern, die von Palästinenser:innenn (aus)gebaut wurden, um als erweiterte Familie weiterhin zusammen oder zumindest in räumlicher Nähe wohnen zu können, ebenfalls. Laut UN-OCHA wurden 2025 so viele palästinensische Wohn- und Nutzgebäude in Jerusalem durch die Stadtverwaltung oder die Besitzer:innen selbst zerstört, wie nie zuvor.[3]
„Hoffnung aus Jerusalem“ … das klingt unter derzeitigen Bedingungen und mit den Geschichten, die wir in den sechs Wochen unseres Einsatzes in dieser Region hören, nicht gerade greifbar. Während ich versuche diese Stadt zu verstehen, erklärt uns ein Mitarbeiter von Ir Amim seine Sicht auf die Jerusalemer Altstadt. Wir erfahren viel über ungleiche Bedingungen von Menschen in Jerusalem mit israelischem Pass, Palästinenser:innen mit Jerusalemer ID und Palästinenser:innen aus der Westbank: über Begründungen für Hauszerstörungen, über die Stadtplanung, über die ideologische Aufladung und die Auswirkungen archäologischer Ausgrabungen und darüber, wer wo Baugenehmigungen erhält bzw. nicht erhält, oder die Aufforderung bekommt, sein Haus oder seine Anbauten zu zerstören.
Der Ir Amim Mitarbeiter berichtet uns von dem ausführlichen Statement „HOPE FROM JERUSALEM – 13 Principles for Future Israeli-Palestinian Peace in Jerusalem as the Capital of Two Peoples“. Der Name ist Programm, ich bin beeindruckt von einer solchen konstruktiven Perspektive, die 2024 mitten im Gaza-Krieg verfasst wurde.
„Hoffnung aus Jerusalem” – Warum aus Jerusalem? fragte das Dialogportal ‚Qantara.de‘ am 30.10.25 die Direktorin von ‚Ir Amim‘, Yudith Oppenheimer, und erhielt folgende Antwort: „Seit Jahrzehnten wird Jerusalem als final status issue behandelt. Während des Oslo-Prozesses in den 90er Jahren galt die Stadt als zu kompliziert, als Hindernis für eine Lösung. Über sie sollte erst später verhandelt werden. Wir vertreten die gegenteilige Ansicht: Jerusalem ist der Schlüssel zu einer politischen Lösung. Ohne Jerusalem als Hauptstadt sowohl der Israelis als auch der Palästinenser:innen wird es keine Lösung geben. In Jerusalem leben wir bereits in einem gemeinsamen Raum – wenn auch in großer Ungleichheit. Wir teilen diese Stadt seit Generationen und müssen das Recht aller auf die Stadt anerkennen.“[4]
Ich bin beeindruckt und kann nur jedem empfehlen, sich die auf der eigens dafür eingerichteten Webseite veröffentlichten 13 Prinzipien von Ir Amim für ein gerechtes und friedliches Miteinander von Palästinenser:innen und Israelis in Jerusalem anzuschauen: https://hopejlm.ir-amim.org.il/en/background. Darüber hinaus möchte ich im Folgenden einige der Prinzipien mit den Erfahrungen meiner letzten sechs Wochen in Jerusalem verbinden:
Prinzip 1: „Unter jedweder politischen Konstellation werden beide Völker (und viele Gruppen unter ihnen) in Jerusalem Seite an Seite leben.
In der Erläuterung zu diesem Grundsatz heißt es, dass eine nachhaltige Lösung für Jerusalem die engen Verbindungen von Palästinenser:innen und Israelis zur Stadt anerkennen und allen Bewohner:innen zugesichert werden muss, dass sie sowohl ihr tägliches Leben als auch ihre öffentlichen, religiösen und politischen Aktivitäten Seite an Seite und frei von Angst in einer unabhängigen und gleichberechtigten Weise (durch)führen können.

Dass dieses erste Prinzip so formuliert wird, zeigt, dass Ungleichheit im Zusammenleben in Jerusalem existiert. Wirkliche Veränderung muss bedeuten, dass die Rechte aller Menschen in der Stadt respektiert und gewahrt werden. Das erfordert und setzt die Wahrnehmung und Wertschätzung des jeweils Anderen und den Respekt vor der Existenz und dem Wohnort des jeweils Anderen voraus.
Mir sind in Jerusalem Menschen begegnet, die anerkennen, dass die jeweils Anderen bleiben und in Zukunft nicht irgendwo anders wohnen werden. Ich habe auch Menschen gesehen, die sich von der Anwesenheit der Anderen bedroht oder eine lang angestaute Wut fühlen. Ich bin Menschen begegnet, die gerade die angebauten Teile ihres Hauses abreißen mussten, während Siedler:innen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft neue völkerrechtswidrige Siedlungsgebäude mit einer israelischen Fahne auf dem höchsten Punkt des Stadtteils positionieren konnten, um damit deutlich zu markieren: dieses Land gehört uns und nicht Euch.
Die Begegnung mit Menschen aus verschiedenen Gerechtigkeitsinitiativen in Israel und Palästina nährt meine Hoffnung, dass trotz allen Überlegenheitsattitüden, aller Zerstörung und allen Misstrauens, ein Zusammenleben dennoch möglich sein kann:
Eine Israelin und eine Palästinenserin von Combatants for Peace[5] erzählen uns von ihren transformativen Momenten, davon, wie sie dafür offen geworden sind, die Realität der jeweils Anderen und die ungleichen und diskriminierenden Strukturen in der Gesellschaft wahrzunehmen und sich für eine gemeinsame, gleichberechtigte Zukunft einzusetzen.
Der Theologe Daniel Munayer berichtet uns von dem Ansatz „Reconciliation as Co-Resistance“ (Versöhnung als gemeinsamer, gewaltfreier Widerstand), den er mit seiner glaubensbasierten Organisation Musalaha[6] vor dem Hintergrund und als Reaktion auf die verstörende Gewalt und Zerstörung in Gaza und der Westbank entwickelte: Ein Versöhnungsprozess zwischen ungleichen Gruppen, der darauf besteht, dass diese Ungleichheit nicht ignoriert wird, aber dennoch gemeinsam nach Wegen gesucht wird, gegen gewaltvolle Haltungen wie Antisemitismus oder Islamophobie, gegen Gewalt auf den Straßen und strukturelle Gewalt wie die der Besatzung einzustehen, Palästinenser:innen und Israelis gemeinsam.[7] In gemeinsamen Workshops und Seminaren setzt er diesen Ansatz in Jerusalem und in Bethlehem konkret um.

Eine Mitarbeiterin der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din berichtet uns, wie sie mit juristischer Expertise Besitzverhältnisse in Ostjerusalem klären, damit palästinensische Familien vor der Zerstörung ihres Hauses bewahrt bleiben.
Ir Amim selbst bietet Stadtführungen, die ganz besonders die ungleichen Rechte und Asymmetrien, denen Bürger:innen von Ost-Jerusalem ausgesetzt sind, benennen und zeigen.
All diese Begegnungen zeigen mir, dass unter der Kruste lange eingeübter Überlegenheitsgesten und aktueller diskriminierender Politik, die in diesen Tagen in dieser Stadt praktiziert werden, eine zivilgesellschaftliche Grundlage für ein gleichberechtigtes Miteinander existiert und wächst.
Prinzip 2: „Die in diesem Papier vorgeschlagene Lösung basiert auf einer flexiblen Vereinbarung, die sowohl Selbstbestimmung als auch ein Aufeinander-angewiesen-sein ermöglicht.“
„Seit 1967 sind intensive Verbindungen und gegenseitige Abhängigkeiten auch unter den Bedingungen von Besatzung und tiefgreifender Diskriminierung zwischen den beiden Teilen der Stadt gewachsen“, lese ich in den Erläuterungen von Ir Amim. Mich beeindruckt, dass Ir Amim nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Chance dieser schwierigen Situation benennt und den Versuch unternehmen will, positiv auf die vorhandenen gegenseitigen Abhängigkeiten aufzubauen, wenngleich das jeweilige Recht auf Selbstbestimmung nicht eingeschränkt werden soll.
Das funktioniert, wenn der Müll in allen Stadtteilen gleichmäßig entsorgt wird, wenn die Straßen in allen Stadtteilen gleichmäßig saniert werden, wenn die Wasser und Stromversorgung in allen Stadtteilen gleichmäßig ausgestattet sind. Es funktioniert, wenn die Stadtplanung gerecht verläuft und es für alle Bewohner:innen realistisch ist, Baugenehmigungen zu erhalten. Es funktioniert, wenn alle religiösen Gruppen Zugang zu ihren heiligen Stätten ohne diskriminierende Einschränkungen erhalten und wenn alle Kinder eine gleichberechtigte Chance auf Bildung haben. All das ist im derzeitigen Alltag noch nicht erkennbar und von der derzeitigen Regierung auch nicht gewollt.
In unserer Zeit in Jerusalem werden wir Zeug:innen davon, dass Lehrer:innen, die in der Westbank leben und in palästinensischen, meist christlichen Privatschulen in Jerusalem arbeiten, an den Checkpoints keinen Einlass in die Stadt erfahren. Das Material der aktuellen ÖRK-EAPPI Kampagne „From Condemnation to Consequences“, das in der Zeit unseres Einsatzes vom Programm erstellt wurde, gibt unter anderem Zeugnis davon, welche Art von Kontrolle und Einschüchterung Schüler:innen auf dem Weg zur Schule erfahren.[8] Aus diesem Grund kommen Ökumenische Begleiter:innen der Bitte von Schulleitungen nach, morgens zu Schulbeginn an kritischen Punkten des Schulweges anwesend zu sein.
Das gegenseitige Aufeinander angewiesen sein wird also ein intensiver Lernprozess auf dem Weg zur Hoffnung aus Jerusalem werden.
Prinzip 4: „Klare Grenzen sind eine Voraussetzung für ein autonomes Leben und für die Fähigkeit jedes Kollektivs, sich als Gemeinschaft zu entwickeln, das eigene Erbe zu bewahren und die physischen Räume entsprechend der eigenen Bedürfnisse zu gestalten.
„Dies ist speziell in Jerusalem wahr, wo die physische Entwicklung der palästinensischen Bevölkerung seit 1967 schwere Beschränkungen erfahren hat und wo viele Grundstücke in Ost-Jerusalem für den Bau israelischer Siedlungen enteignet wurden.“
Wir sind auf dem Weg zu einer Baumpflanzaktion in Al Walaja. Das Dorf liegt südlich von Jerusalem nahe Bethlehem im Westjordanland, doch die Verwaltungsgrenze von Jerusalem läuft unsichtbar mitten durch den Ort. Alle Einwohner:innen von Al Walaja haben einen Ausweis, der sie als Bewohner:innen des Westjordanlands identifizieren, aber die Hälfe des Dorfes unterliegt der Jerusalemer Stadtplanung. Die dort lebenden Menschen haben keinerlei Möglichkeit, Baugenehmigungen zu beantragen, die meisten Häuser haben eine Zerstörungsandrohung. Wir erfahren von Vertreter:innen der Rabbis for Human Rights, mit denen wir unterwegs sind, dass ein Checkpoint, der früher die Grenze von Jerusalem markierte, vor Jahren willkürlich 1,5 km weiter in die Westbank verschoben wurde, mit der Folge, dass die Dorfbewohner:innen von Al Walaja keinen direkten Zugang mehr zu ihrer Wasserquelle hatten, während dieses Gebiet den Einwohner:innen West-Jerusalems als attraktives Ausflugsziel mit Spielplatz und Gym Parcour angeboten wird.
Wir sind auf dem Weg zu einer Familie im Stadtteil Al Bustan, die den Anbau ihres Hauses gerade selber zerstört hat, weil sie sich mit den Kosten für den Abriss nicht hochverschulden wollen. Wir stehen auf einer der engen Straßen im Stadtteil Silwan im Stau. Diese Straße soll verbreitert werden, damit der Verkehr in die neuerlich geplanten Siedlungen im Süden Jerusalems schnell und bequem erfolgen kann, erzählt uns unser Taxifahrer beiläufig. Ein aktueller Bericht der israelischen NGO Peace Now erläutert[9], dass sich die existierenden und neu geplanten israelischen Siedlungen wie ein Kranz um die Stadtgrenzen von Ost-Jerusalem legen und damit das alltägliche Leben von Palästinenser:innen in Ost-Jerusalem und den angrenzenden Dörfern erheblich erschweren. Vor diesem Hintergrund leuchtet mir der Satz des 4. Prinzips „Klare Grenzen sind eine Voraussetzung für ein autonomes Leben und für die Fähigkeit jedes Kollektivs, sich als Gemeinschaft zu entwickeln“ sehr ein.
Prinzip 6: „Die Altstadt ist das Herzstück Ost-Jerusalems und ein integraler Bestandteil seines Hoheitsgebiets.
„Sie bietet den heiligen Stätten der drei monotheistischen Weltreligionen Heimat. Freier Zugang zu allen heiligen Orten muss für alle zugesichert werden…“
Der griechisch Orthodoxe Patriarch beklagte im Januar 2026 auf seinem Empfang für Botschafter:innen[10], dass Christ:innen während des letzten Osterfests gewaltvoll von der Armee abgehalten wurden, zum heiligen Feuer auf den Campus der griechisch-orthodoxen Kirche zu gelangen. Auch in diesem Jahr wurden die Genehmigungen für Personen aus der Westbank, die im Ramadan die Al Aksa Moschee besuchen zu dürfen, wieder auf 10.000 beschränkt, ein Bruchteil der Personen, die vor dem 7. Oktober 2023 Zugang zur Moschee während des Fastenmonats hatten.

Bei unserer regelmäßige Präsenz zu Beginn des Freitagsgebets werden wir Zeug:innen, dass muslimische Gläubige, die auf dem Haram Al Sharif beten wollen, deutlich schärfer kontrolliert oder in manchen Fällen auch vom Gebet abgehalten werden, als jüdische Gläubige, die an der Klagemauer beten wollen. Dass auch Christ:innen an Ostern der Zugang zur Kirche bzw. zur Zeremonie des Heiligen Feuers verwehrt wurde, zeigt einmal mehr, mit welch unterschiedlichem Maß der freie Zugang zu den heiligen Orten der Religionsgemeinschaften derzeit gemessen wird.
Asymmetrien und Ungleichbehandlung verhindern, dass die Altstadt als gemeinsam genutzter souveräner Raum verstanden werden kann, der Zugang u.a. zu allen heiligen Stätten gleichermaßen ermöglicht.
Während ich die letzten Zeilen dieses Berichtes schreibe, höre ich aus Jerusalem, dass Teile von Raketen aus dem Iran bzw. Überreste von israelischen Abwehrraketen in der Jerusalemer Altstadt gelandet sind, u.a. in der Nähe der Grabeskirche. Ich höre davon, dass die Altstadt weiterhin für Besucher gesperrt ist, ich höre davon, dass auch zum Fest am Ende des Ramadans keiner den Pilgerort des Haram-al-Sharif mit Felsendom und Al Aksa Moschee betreten durfte und dass befürchtet wird, dass auch zu Pessach und zur Karwoche und Ostern die Beschränkungen, die heiligen Orte besuchen zu können, bestehen bleiben. Und ich höre von eskalierender Gewalt seitens radikaler Siedler in der Westbank.
Aber ich habe in den letzten Wochen in Jerusalem so viel Zähigkeit und Lebenswillen, soviel „co-resistance“ und so viel „Sumud“, also Beharrlichkeit und Widerständigkeit in aussichtslosen Situationen von beeindruckenden Menschen miterleben dürfen – Menschen, die von den Auswirkungen der Besatzung betroffen sind, Vertreter:innen von Menschenrechtsorganisationen in Ost- und West-Jerusalem-, dass mich der Satz eines Rabbis for Human Rights nicht loslässt: „Wir haben nicht das Recht und nicht das Privileg, die Hoffnung aufzugeben.“

Ich wünsche Jerusalem Glück und allen Bewohner:innen, dass die ‚Hoffnung von Jerusalem‘ Wirklichkeit wird und dass Ir Amim mit ihren Plänen für diese Stadt und diese Region Mehrheiten gewinnen kann. Ich wünsche mir, dass unser Taxifahrer in Zukunft die Straßen und die Müllanlagen und die Schulen von West- und Ost-Jerusalem nicht mehr unterscheiden kann. Im Moment jedoch wünsche ich mir vor allen Dingen ein Ende der Sirenengeräusche als Grundlage dafür, dass zukünftig Hoffnung ausgehen kann von Jerusalem.
Hope from Jerusalem – ich wünsche es Euch!
Dorothee, im März 2026
Ich habe für das Berliner Missionswerk am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) des Ökumenischen Rates der Kirchen teilgenommen. Dieser Bericht gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder, die nicht unbedingt die des Berliner Missionswerkes oder des Ökumenischen Rates der Kirchen sind.
[1] https://hopejlm.ir-amim.org.il/en
[2] https://peacenow.org.il/en/settlements-in-jerusalem-2023-2025 PeaceNow zum Siedlungsausbau in und um Jerusalem
[3] https://www.ochaopt.org/data/demolition – more breakdowns – Auswahl “East-Jerusalem”
[4] https://qantara.de/artikel/loesung-des-nahost-konflikts-jerusalem-ist-der-schluessel-ir-amim
[7] https://embraceme.org/blog/is-reconciliation-still-possible-in-israel-palestine
[8] https://www.oikoumene.org/events/campaign-from-condemnation-to-consequences
[9] https://peacenow.org.il/en/settlements-in-jerusalem-2023-2025
[10] https://en.jerusalem-patriarchate.info/articles-speeches/patriarch-theophilos-iii-urges-diplomatic-corps-to-defend-freedom-of-worship-and-human-dignity-in-jerusalem/