Hammamat al Maleh – Eine Schule zerstört, eine Gemeinde vertrieben

Dezember – Ein leerer Schulhof 

Der Schulhof ist leer.

Zwischen hohen Metallzäunen ist grüner Kunstrasen ausgelegt. Die Klassenräume, gelb gestrichene Betonbauten mit Wellblechdächern, sind mit aufgemalten Blumen verziert. Eine Wippe schaukelt langsam im Wind, davor stehen niedrige Holzbänke für Kinder. Alles an diesem Ort wartet auf Stimmen, Schritte und lärmende Pausen. Doch die Kinder fehlen. 

Klassenräume der Schule von Hammamat al Maleh im Dezember 2025, auf dem Hügel im Hintergrund ist ein illegaler israelischer Siedlungsaußenposten zu erkennen; © WCC-EAPPI/Madita
Klassenräume der Schule von Hammamat al Maleh im Dezember 2025, auf dem Hügel im Hintergrund ist ein illegaler israelischer Siedlungsaußenposten zu erkennen; © WCC-EAPPI/Madita

Stattdessen sitzen wir mit dem Schulhausmeister Khalid* und einigen Männern der Familie, die direkt neben der Schule in einem alten Haus aus jordanischer Zeit lebt, auf den winzigen Kinderbänken. Große Männerkörper in einer Kulisse, die eindeutig für Kinder gedacht ist.

Die Grundschule wurde ursprünglich für rund 60 Kinder aus den umliegenden Hirtengemeinschaften gebaut. Gebäude für Klassenräume und ein Spielplatz wurden neu errichtet, das Büro der Schulleitung, ein Zimmer für die Lehrer:innen und ein Raum für den Kindergarten wurden nebenan in einem aus osmanischer Zeit stammenden Gebäude eingerichtet, in dessen oberen Stockwerk eine Familie lebt.  Ermöglicht wurde der Bau vom sogenannten West Bank Protection Consortium[1], einem Zusammenschluss von internationalen Organisationen der humanitären Hilfe, die im Westjordanland Unterstützung leisten für Gemeinden, die von erzwungener Umsiedlung bedroht sind. Zu den Ländern, die das West Bank Protection Consortium finanzieren, gehört auch Deutschland. Ziel war es, den abgelegen lebenden Familien im Jordantal einen stabilen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Zudem liegen in Hamammet al Maleh und Tayasir Ländereien der katholischen Kirche (Lateinische Patriarchat in Jerusalem), die unter kirchlicher Verwaltung stehen.[2]

Die Schule von Hammamat al Maleh liegt nur wenige Kilometer entfernt von Tubas, dem größten Ort in der Umgebung, aus dem auch die meisten Lehrkräfte der Schule stammen. Aufgrund der prekären Schulwegsituation starten die Lehrkräfte morgens aus Tubas und sammeln auf dem Weg die Kinder in den umliegenden Hirtengemeinden ein, um schließlich gemeinsam an der Schule anzukommen. Soweit die Theorie. In der Realität kann der Schulweg Stunden dauern oder komplett unmöglich werden. Immer wieder schließen israelische Soldat:innen den Checkpoint Tayasir auf der Hauptstraße zwischen Tubas und dem Jordantal ohne Vorwarnung. Lehrer:innen und der Schulbus warten dann stundenlang in der Morgendämmerung, teils vergeblich. An manchen Tagen fällt der Unterricht dann ganz aus.

Hammamat al Maleh liegt im C-Gebiet des Westjordanlands unter vollständiger israelischer Kontrolle. Wie viele Hirtengemeinden ist das Dorf umgeben von militärischem Sperrgebiet, Siedlungen, Außenposten und militärischen Einrichtungen. Der Checkpoint Tayasir (blauer Punkt mit weißem Kreuz) trennt die Gemeinde von Tubas und damit z.B. von Einrichtungen der medizinischen Versorgung oder der weiterführenden Bildung. © UNOCHA-OPT West Bank Access Restrictions May 2023
Hammamat al Maleh liegt im C-Gebiet des Westjordanlands unter vollständiger israelischer Kontrolle. Wie viele Hirtengemeinden ist das Dorf umgeben von militärischem Sperrgebiet, Siedlungen, Außenposten und militärischen Einrichtungen. Der Checkpoint Tayasir (blauer Punkt mit weißem Kreuz) trennt die Gemeinde von Tubas und damit z.B. von Einrichtungen der medizinischen Versorgung oder der weiterführenden Bildung. © UNOCHA-OPT West Bank Access Restrictions May 2023

Erschwerend kommt hinzu, dass seit Monaten im gesamten Westjordanland die Schulen nur verkürzt öffnen, da die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) den Lehrer:innen nicht mehr ihr vollständiges Gehalt auszahlen kann, seit die israelischen Behörden Steuergelder nicht mehr überweisen, die sie für die PA einnehmen.[3] Khalid erzählt, dass die Schule versucht die wenigen Tage, an denen Unterricht stattfindet, so intensiv wie möglich zu nutzen. Wenn die Kinder es tatsächlich bis in die Schule schaffen, werden die Stunden verlängert, um irgendwie den Stoff aufzuholen.

Im Dezember 2025 sind in der Grundschule von Hammamat al Maleh von 60 Plätzen nur noch 15 belegt. Immer mehr Eltern entscheiden sich dagegen, ihre Kinder weiter zur Schule zu schicken, aus Angst vor den Risiken auf dem Schulweg, vor Checkpoints, militärischer Präsenz und der zunehmenden Gewalt in der Umgebung durch Siedler. Khalid berichtet von Situationen, in denen Soldaten:innen mit Waffen in den Schulbus eingedrungen seien, den Fahrer bedroht und ihn sowie Khalid vor den Augen der Kinder demütigt oder beschimpft hätten. Auch Siedler würden immer wieder das Gelände betreten und die Kinder einschüchtern.

Er holt sein Handy aus der Tasche, tippt kurz darauf herum und murmelt dann: „Der Schulbus ist umgedreht. Sie werden es heute nicht mehr schaffen.“

Betreten schauen wir auf den Boden, bis Khalid irgendwann fragt: „Hat jemand Lust auf Fußball?“

Wenige Sekunden später verwandelt sich der leere Schulhof in ein Spielfeld. Zwei gegen zwei. Palästina und Irland gegen Kanada und Deutschland. Torpfosten werden verschoben, Punkte hin und her geschummelt. Khalid lacht plötzlich laut. Für einen Moment wirkt es, als würde der Ort seine Schwere verlieren und auf dem Schulhof entsteht so etwas wie Leben.

Fußballspiel auf dem Schulhof; © WCC-EAPPI/Madita

Für einen Moment rückt auch das in den Hintergrund, was direkt oberhalb der Schule liegt: eine israelische Militärbasis. Ständig fahren dort Jeeps die Straße hinauf und hinunter, Soldat:innen marschieren entlang des Hügels. Seit einigen Wochen steht dort zusätzlich eine neue Holzstruktur, zunächst nur ein Unterstand, dann ein improvisierter Picknickplatz mit israelischer Flagge. Wenig später wird klar: Es ist ein neuer Siedlungsaußenposten. Einer von vielen, die im Jordantal beinahe über Nacht entstehen.

Januar – Eine Schule und ihre Wächter

Als wir einige Wochen später zurückkehren, sind die Kinder tatsächlich da. Leise Stimmen dringen aus den Klassenzimmern. Wir wollen nicht stören und sitzen deshalb diesmal im Büro von Samaa*, der Schulleiterin. Sie ist erst seit wenigen Wochen hier. Früher arbeitete sie an einer Schule in Bardala. Auch dort habe es Probleme gegeben, vor allem mit Siedlerangriffen, sagt sie. Aber hier sei alles intensiver und vor allem isolierter: „Wenn du in der Stadt schreist, kommen hundert Menschen angerannt“, sagt sie. „Hier kommt nicht einmal ein Schaf.“

Vor ihrem Büro, das sich im alten Gebäude neben Klassenräumen und Spielplatz befindet, blickt die Schulleiterin im Januar 2026 auf ihre Schule; © WCC-EAPPI/Madita
Vor ihrem Büro, das sich im alten Gebäude neben Klassenräumen und Spielplatz befindet, blickt die Schulleiterin im Januar 2026 auf ihre Schule; © WCC-EAPPI/Madita

Hinzu kommt die fehlende Infrastruktur: In Hammamat al Maleh gibt es keine stabile Internetverbindung. Erst seit kurzer Zeit hat die Schule versucht, mit einem eigenen WLAN-Netz eine Verbindung zur Außenwelt herzustellen. Doch auch dieses sowie Solaranlage der Schule werden immer wieder bei nächtlichen Übergriffen von Siedler:innen zerstört.

„Das Internet ist nur ein Problem. Es fehlt an allem“, sagt Ahmed*, Bildungsbeauftragter der palästinensischen Autonomiebehörde für das Jordantal, der die Schule an diesem Tag besucht, um Unterstützung zu leisten. „Es mangelt an einem funktionierenden Schulbus, grundlegenden Bildungsressourcen und Zugang zu medizinischer Versorgung, falls den Kindern etwas passiert.“

Während wir reden, springt Khalid immer wieder auf. Über seinem Auge eine Platzwunde, die langsam verheilt. Bei jedem Motorengeräusch läuft er hinaus, durch die schmale rote Tür auf die Zugangsstraße, schaut nach und kommt wieder zurück. Auf die Frage, was mit seinem Auge passiert sei, zuckt er nur mit den Schultern. Das Militär habe ihn vor etwa einer Woche auf dem Schulgelände festgehalten und geschlagen, sagt er knapp und seufzt. Eine Zigarette ersetzt die nächste. Ein Wächter der Schule in permanenter Alarmbereitschaft.

Die Bewachung der kleinen Schule sei inzwischen zu einem Gemeindeprojekt geworden. Die Familien, die in Hammamat al Maleh leben, seien rund um die Uhr auf den Beinen, um die Schule vor Angriffen zu schützen. Doch der Druck nehme täglich zu.

Das Gelände mit Klassenzimmern und Spielplatz im Dezember 2025; © WCC-EAPPI/Madita
Das Gelände mit Klassenzimmern und Spielplatz im Dezember 2025; © WCC-EAPPI/Madita

Die Familie, die über den Schulräumen im alten osmanischen Haus wohnt, berichtet uns von einem Vorfall im Dezember, bei dem Militär und Siedler gemeinsam das Gelände gestürmt hätten. Ein kleines Mädchen sei von einem Siedler in den Bauch getreten worden, zwei junge Männer und ein älteres Ehepaar seien verhaftet und stundenlang auf einer nahegelegenen Militärbasis festgehalten worden. Der Zugang eines Krankenwagens sei verweigert worden, Telefone seien konfisziert und hohe Strafen verhängt worden. Auf Überwachungskameras seien Siedler zu sehen gewesen, die den israelischen Soldat:innen Anweisungen gaben.

Die Einschüchterungen nehmen weiter zu. Und immer wieder bleibt dieselbe Botschaft: Geht endlich weg von hier!

Und viele sind bereits gegangen. Früher lebten deutlich mehr Menschen in Hammamat al Maleh. Damals gab es hier eine Quelle, in der Menschen badeten und ihre Kleidung wuschen. Auch die ist nach einer Besetzung der Siedler für Palästinenser:innen nicht mehr erreichbar. Heute sind nur noch wenige Familien übrig. „Wenn die Familie, die hier im Haus lebt, auch noch geht, ist es vorbei mit der Schule”, sagt die Schulleiterin Samaa.

Ahmed zuckt die Schultern. „Selbst wenn sie gehen – niemand, der von hier weggegangen ist, hat ein besseres Leben“, sagt er. „Die Probleme folgen dir einfach woanders hin.“

Helle Stimmen dringen vom Schulhof herüber. Der Unterricht ist vorbei für heute. Mit viel zu großen Ranzen auf dem Rücken, geflochtenen Zöpfen und Schulheften in der Hand stürmen die Kinder hinaus auf den Hof, singen, lachen und hüpfen über den Kunstrasen. Khalid lehnt am Zaun und schaut ihnen lächelnd zu.

„Wir haben Angst vor der Zukunft. Wir glauben, dass es schlimmer wird – aber wie schlimm kann es noch werden? Es wirkt so dunkel, was da kommt“, sagt Ahmed noch, bevor wir uns verabschieden.

April: Eine Schule weniger im Jordantal 

Anfang April 2026, nur wenige Monate nach meinem letzten Besuch im Ort, wird in Hammamat al Maleh ein Fest gefeiert: Pessach. Ein lokaler Kontakt hat mir ein Video der Feier geschickt, das in sozialen Medien kursiert: Israelische Siedler:innen haben Gitarren an Verstärker angeschlossen. Der Parkplatz, auf dem sonst der Schulbus wartete, ist nun voller Autos mit israelischen Kennzeichen. Hebräische Gebete füllen den Hof, Siedlerinnen schieben Kinderwagen über den Kunstrasen, der kleinen Grundschule von Hammamat al Maleh, ihre Kinder wippen auf den Spielgeräten. 

Die Zufahrtsstraße zur Gemeinde, im April 2026 gesäumt von israelischen Flaggen; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt
Die Zufahrtsstraße zur Gemeinde, im April 2026 gesäumt von israelischen Flaggen; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt

Israelische Flaggen säumen die Zufahrtsstraße zur kleinen Gemeinde und hängen auch aus den Fenstern des alten jordanischen Gebäudes, in dem noch wenige Monate zuvor die palästinensische Familie mit ihren Schafen, Hühnern und Eseln lebte und wo die Schulleiterin Samaa in ihrem Büro den Schulalltag organisierte. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hatte ich bereits im Februar gehört, dass die Familie, die in dem alten Gebäude lebte, aufgrund anhaltender Siedlergewalt vertrieben wurde. Ein Bericht des UN-geleiteten Education Cluster für die besetzten palästinensischen Gebiete detailliert, wie die Gewalt der Siedler in den ersten Monaten des Jahres immer weiter eskalierte, bis Mitte März schließlich alle noch verbliebenen Familien das Dorf verließen.[4]

Einige Tage später, am späten Abend des 21. April, zerstören Siedler über Nacht die Schule von Hammamat al Maleh. Klassenräume, Spielplatz, Fenster und Ausstattung werden niedergerissen und kleingeschlagen. Wasserbehälter, Computer und Spielgeräte werden gestohlen oder zerstört. Die Räumlichkeiten der Schule im alten Haus nebenan werden vollständig verwüstet.

Von Klassenräumen und Spielplatz sind nach der Zerstörung nur noch Trümmer übrig; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt
Von Klassenräumen und Spielplatz sind nach der Zerstörung nur noch Trümmer übrig; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt

Nach der Zerstörung kündigt die irische Regierung an, Entschädigung von Israel zu verlangen. Die Schule sei nicht nur ein Gebäude gewesen, sondern „essenzielle zivile Infrastruktur“. Internationale Organisationen sprechen von einer forcierten Vertreibungspolitik im Jordantal. UNOCHA dokumentiert, dass Hammamat al Maleh inzwischen eine von sechs vollständig vertriebenen Gemeinden in der direkten Umgebung ist.[5]

Verwüsteter Kindergartenraum in Hammamat al Maleh, April 2026; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt
Verwüsteter Kindergartenraum in Hammamat al Maleh, April 2026; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt

Die Veränderungen im Jordantal vollziehen sich in kurzer Zeit sichtbar im Verlauf weniger Monate. Orte, die zuvor Schulräume, Wohnhäuser und Weideflächen waren, werden neu definiert, besetzt oder zerstört. Dieser Prozess betrifft dabei nicht nur Infrastruktur, sondern vor allem Menschen: Kinder, deren Schulwege blockiert werden, Familien, die ihr Zuhause verlieren, und Gemeinschaften, die sich unter wachsendem Druck auflösen. 

Zerstörter Außenbereich der Schule, April 2026; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt
Zerstörter Außenbereich der Schule, April 2026; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt

Und die Schule von Hammamat al Maleh ist kein Einzelfall. Im gesamten Westjordanland häufen sich Berichte über eine systematische Einschränkung des Zugangs zu Bildung. Mehr als 80 Schulen im Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalem sind ganz oder teilweise von Zerstörung durch die israelischen Behörden bedroht.[6] Zuletzt machten die Kinder von Umm al Kheir in den südlichen Hebronbergen Schlagzeilen: Sie protestierten gegen einen Stacheldrahtzaun, den Siedler und Sicherheitskräfte direkt auf ihrem Schulweg errichtet hatten. Maskierte bewaffnete Soldaten gingen gegen die protestierenden Kinder mit Tränengas vor.[7]

Die Einschränkung des Zugangs zu Bildung erschwert nicht nur den Alltag palästinensischer Kinder, sondern vor allem ihre Zukunft. Schulen zu zerstören oder den Zugang zu ihnen systematisch zu behindern, destabilisiert ganze Gemeinschaften. Bildung schafft Struktur, Perspektiven und eine Form von Normalität. Wird diese Möglichkeit genommen, werden Familien zunehmend in einen dauerhaften Überlebensmodus gedrängt. Die langfristigen Folgen reichen weit über einzelne Schuljahre hinaus. Wenn ganze Generationen keinen verlässlichen Zugang zu Bildung haben, betrifft das nicht nur ihre persönliche Entwicklung, sondern auch die Zukunft ihrer Gemeinschaften insgesamt. 

Fensterrahmen, Kunstrasen, Spielgeräte: wo einst Kinder lernten und spielten, liegen nun Trümmer; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt
Fensterrahmen, Kunstrasen, Spielgeräte: wo einst Kinder lernten und spielten, liegen nun Trümmer; Foto: lokaler Kontakt, im Rahmen der laufenden Begleitung durch das WCC-EAPPI zur Verfügung gestellt

Seit der Blockade ihres Schulwegs haben die Kinder von Umm al Kheir ihre eigene Schule gegründet: die „Freedom School“. Jeden Tag versammeln sie sich draußen, protestieren für ihr Recht auf Bildung und weigern sich, den Verlust ihres Schulwegs einfach hinzunehmen. Die Kinder malen und beschriften Schilder, die sie anschließend am Stacheldraht befestigen: „Education is a right for every child“ oder „Children need classrooms, not barriers.“ 

Die Kinder von Hammamat al Maleh haben ihre Schule verloren und mit ihr einen Ort, an dem Zukunft gestaltet werden konnte. Und trotzdem bleibt Bildung unter Besatzung, zwischen Checkpoints, Siedlungsaußenposten und zerstörten Klassenzimmern für viele palästinensische Kinder mehr als nur Alltag: ein Akt des Widerstands und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 

* Namen geändert

Madita, im Mai 2026

Ich habe für pax christi – Deutsche Sektion am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) des Ökumenischen Rates der Kirchen teilgenommen. Diese Stellungnahme gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder, die nicht unbedingt die von pax christi oder des Ökumenischen Rates der Kirchen sind.


[1] https://www.thejournal.ie/ireland-israel-compensation-school-palestine-destroyed-7022442-Apr2026/

[2] https://lpj.org/en/news/press-statement-settler-encroachments-on-the-patriarchates-property

[3] https://www.tagesspiegel.de/internationales/nahost-konflikt-ministerin-israel-darf-steuergelder-nicht-einbehalten-14237786.html

[4] https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/erasing-school-displacing-community-demolition-al-maleh-school-april-2026

[5] https://www.ochaopt.org/content/humanitarian-situation-report-23-april-2026

[6] https://reliefweb.int/report/occupied-palestinian-territory/erasing-school-displacing-community-demolition-al-maleh-school-april-2026

[7] https://www.reuters.com/world/middle-east/settlers-block-palestinian-pupils-path-west-bank-school-with-barbed-wire-2026-04-16/