Tent of Nations – „Wir weigern uns, Feinde zu sein“

Daoud Nasser - Tent of Nations
Daoud Nasser – Tent of Nations

Daoud Nasser ist ein eindrucksvoller Mensch: Er scheint gleichzeitig an mehreren Orten sein zu können: wenn Studenten helfen beim Bäume pflanzen und abernten, je nach Jahreszeit. Wenn sie dort praktizierte Müllvermeidung organisieren, als gelte es zu beweisen, dass Palästina ganz viel weniger schädlichen und landschaftszerstörenden Abfall produzieren könnte. Wenn sie anfangen, das Regenwasser in ihrem Zentrum in einem großen unterirdischen Becken aufzufangen, und es dann auf andere Stellen umpumpen, mit Sonnenenergie natürlich, die intensiv genutzt wird. Wenn seine Frau und er wo auch immer gebraucht werden. Sie sind bekannt und geschützt durch ihre Bekanntheit in den neuen Medien und die stete internationale Präsenz. Tent of Nations – „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ weiterlesen

Besatzung muss ein Ende haben!

Nomika Zion
Nomika Zion

„Nicht in meinem Namen und nicht für mich seid Ihr in diesen Krieg gezogen. Das Blutbad in Gaza geschieht nicht in meinem Namen und dient nicht meiner Sicherheit. Zerstörte Häuser, zerbomte Schulen, tausende neue Flüchtlinge – nicht in meinem Namen, nicht für meine Sicherheit.“ (Auszug aus War Diary from Sderot, Nomika Zion 2009)

Die Friedensaktivistin Nomika Zion lebt seit vielen Jahren in Migvan bei Sderot, einer Kibbutz-Siedlung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gazastreifen. Sie gehört zu den Mitbegründer*innen der Gruppe “The Other Voice“. Mit Informationsveranstaltungen und Touren in der Region Sderot, Publikationen und Petitionen wollen sie aufklären über die physischen und psychologischen Auswirkungen der immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen zwischen Israel und Gaza. Über Telefon und Internet halten die Mitglieder den Kontakt zu Mitstreiter*innen im Gazastreifen. Sie wollen der Gewalt und dem Hass eine „andere Stimme“ der Menschlichkeit, der Vernunft und der Hoffnung entgegensetzen.

Nomika Zion selbst wurde weltweit bekannt durch ihr „War diary from Sderot“, das sie während des Gaza-Krieges 2009 als Appell gegen den Krieg verfaßte, und aus dem das oben genannte Zitat stammt. Zusammen mit dem Arzt Dr. Izzeldin Abuelaish aus Gaza, der drei Töchter im Krieg verlor, erhielt sie 2009 den Niarchos-Preis in New York. Im Jahre 2012 verfaßte sie ein weiteres Statement gegen den Krieg, das in der New York Times veröffentlicht und besprochen wurde.[3] Besatzung muss ein Ende haben! weiterlesen

Immer wieder freitags: Das Memorial in Birin

Karte: UNOCHA
Karte: UNOCHA

Jeden Freitag kommen Siedler aus der nahegelegenen Siedlung Pnei (Pene) Hever zum Mitzpe Ziv Memorial nach Birin, das zum Gedenken an zwei im März 2003 versehentlich von israelischen Soldaten erschossene Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma errichtet wurde. Die beiden jungen Männer waren mit der Bewachung eines Siedlungsaußenpostens beauftragt worden. Auf palästinensischen Land, bewaffnet und in ziviler Kleidung, hatten Soldaten sie für palästinensische Terroristen gehalten (1). Zu dieser Zeit war die zweite Intifada in vollem Gange. Immer wieder freitags: Das Memorial in Birin weiterlesen

Ein Leben ohne Notruf

Schutzlos im Wadi al-Hussein

Häuser palästinensischer Familien unterhalb der Siedlung Kiryat Arba
Häuser palästinensischer Familien unterhalb der Siedlung Kiryat Arba

Wenn wir um unser Leben und das unserer Kinder fürchten, dann wählen wir den Notruf. Wenn dutzende bewaffnete und feindselige Nachbarn in unserem Garten stehen, uns mit Steinen und Molotowcocktails bewerfen, dann kommt wahrscheinlich mehr als nur die Polizei. Wenn der Palästinenser Kayed Daana in diesem Fall den israelischen Notruf wählt weiß er nicht, ob die Polizei überhaupt kommt, und wenn sie kommt, ob sie ihm hilft. „Der einzige, der uns beschützt, ist unser Gott“ sagt Kayed. Denn die Grundstücke von Kayed Daana und seiner Kinder grenzen an den Sicherheitszaun der Siedlung Kiryat Arba. Ein Leben ohne Notruf weiterlesen

Achiyas Weg zu Breaking the Silence

Teil 2 der Portraitreihe: Unter Besatzung – Palästinensische und israelische Alltagsstimmen

Achiya Schatz in Hebron
Achiya Schatz in Hebron

„Ich kann niemals Palästinenser sein. Aber ich kann ein Israeli sein, der aus seinen Erfahrungen lernt und darüber spricht. Auf diese Weise kann ich mich der Besatzung als Israeli widersetzen. Als Israeli, der sein Land liebt, der aber dazu beitragen möchte, dass der Wandel kommt!“
Achiya Schatz bezeichnet dies auch als „co-Widerstand“ und bedient sich dabei der Worte Issa Amros, Palästinenser und Gründer der Youth Against Settlements (YAS)-Organisation. Ein Besuch im YAS-Haus ist fester Bestandteil seiner Breaking the Silence-Tour in Hebron – nicht nur wegen des fantastischen Ausblicks über die Altstadt. Achiya Schatz kann nur als ehemaliger Soldat sprechen. Die Perspektive der Besetzten müssten die Palästinenser*innen selbst erzählen. Achiyas Weg zu Breaking the Silence weiterlesen

Hashem – Ein Leben am Limit

Teil 1 der Portraitreihe: Unter Besatzung – Palästinensische und israelische Alltagsstimmen

Zu Besuch bei Hashem
Zu Besuch bei Hashem

Hashem (52) hat die EAs zu sich nach Hause eingeladen. Doch es ist nicht so einfach zu ihm nach Tel Rumeida zu kommen und es war in der Vergangenheit sogar fast unmöglich. Zunächst müssen wir den militärischen Kontrollpunkt passieren. Mit Ausnahme von uns Internationalen dürfen das nur diejenigen Palästinenser*innen, die in diesem Bereich von H2 auch wirklich wohnen. Danach quetschen wir uns an einem israelischen Krankenwagen vorbei, der Hashem zufolge dort die meiste Zeit parkt und den Zugang zu seinem Weg fast komplett blockiert. Hashem – Ein Leben am Limit weiterlesen

Gibt es noch Hoffnung für Yanoun?

Abed in Yanoun
Abed in Yanoun

„Sie wollen unser ganzes Dorf zu einem Gefängnis machen.“, antwortet mir Abed achselzuckend auf die Frage, wie es denn nun mit seinen Schafen weitergehen wird. Was war passiert? Heute Vormittag kam ein Fahrzeug mit vier Siedlern die schmale Strasse zu unserem Dorf Yanoun hoch, stoppte vor ihm, seinen Schafen und Ziegen. Gibt es noch Hoffnung für Yanoun? weiterlesen

EAPPI-Netzwerk fordert: Keine Aufweichung oder Verschiebung der EU-Leitlinien zu den von Israel besetzten Gebieten

Im Juli 2013 hat die EU „Leitlinien über die Förderfähigkeit israelischer Einrichtungen und ihrer Tätigkeiten in den von Israel seit Juni 1967 besetzten Gebieten im Hinblick auf von der EU finanzierte Zuschüsse, Preisgelder und Finanzinstrumente ab 2014″ veröffentlicht. Unter anderem wird darin festgehalten, dass förderfährig nur israelische Institutionen mit Sitz innerhalb der Grenzen von 1967 sind – israelische Siedlungen in der Westbank können also keine EU-Fördergelder mehr bekommen. Seitdem gibt es erheblich Druck auf die EU, die Leitlinien zu ändern bzw. sie später in Kraft treten zu lassen. Das EAPPI-Netzwerk setzt sich für den Erhalt der Richtlinien in ihrer gegenwärtigen Fassung ein. EAPPI-Netzwerk fordert: Keine Aufweichung oder Verschiebung der EU-Leitlinien zu den von Israel besetzten Gebieten weiterlesen

Gefällte Bäume – israelische Siedler machen Palästinensern das Leben schwer

Ein Bericht aus Betlehem

Von israelischen Siedlern gefällte Olivenbäume in dem palästinensischen Dorf Nahhalin
Von israelischen Siedlern gefällte Olivenbäume in dem palästinensischen Dorf Nahhalin

Als Rabah Fenoon, ein palästinensischer Bauer aus Nahhalin in der Nähe von Betlehem  am Dienstagmorgen zu seinem Olivenhain geht, steht er erschüttert vor achtzig frisch gefällten Bäumen. Auf einen Schlag ist das ein Verlust von ca. 25 000 NIS, umgerechnet 5 000 Euro, für den diesjährigen Ernteausfall. Der langfristige Schaden ist viel schwerwiegender. Gefällte Bäume – israelische Siedler machen Palästinensern das Leben schwer weiterlesen

Übergabe von mehr als 1800 Unterschriften für die Kennzeichnung von Produkten aus Siedlungen

Mehr als 1800 Unterschriften für die Kennzeichung von Siedlungsprodukten an das Auswärtige Amt übergeben

Mit der Übergabe von mehr als 1800 Unterschriften bekräftigen pax christi heute und das EAPPI-Netzwerk gegenüber dem Auswärtigen Amt die Forderung nach korrekter Kennzeichnung der Produkte aus völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen. Übergabe von mehr als 1800 Unterschriften für die Kennzeichnung von Produkten aus Siedlungen weiterlesen