Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 3

Ausharren in der Seam Zone

Mahmoud Abu Qbeita und sein jüngster Sohn
Mahmoud Abu Qbeita und sein jüngster Sohn

„Die letzten zehn Jahre meines Lebens waren dunkel“, resümiert Mahmoud Abu Qbeita seine Situation im südlichen Westjordanland. Mit seiner Großfamilie lebt der Landwirt in dem Dorf As Seefer, das in der sogenannten Seam Zone liegt. Es ist zu einer Art Niemandsland geworden, weil es im Süden von der Grünen Linie (Waffenstillstandslinie von 1949) und seit einigen Jahren nun auch im Norden von Israels Trennbarriere eingeschlossen ist. Die Trennbarriere verläuft hier ca. 2km innerhalb der Westbank, um die jüdische Siedlung Mezadot Yehuda auf die „israelische“ Seite zu bringen. Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 3 weiterlesen

Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 2

Ein ganz normaler Morgen am Checkpoint At Tayba

Wer zuerst kommt hat die besten Chancen auf Arbeit
Wer zuerst kommt hat die besten Chancen auf Arbeit *

Um 2:20 h aufstehen um zu frühstücken.
Um 2:50 h gehst du zum Taxi und fährst mit drei anderen Männern zum Checkpoint, den du um 3:20 h erreichst.
Morgengebet am Checkpoint.
Du reihst dich ein in eine der drei Schlangen am Checkpoint, setzt dich neben andere Arbeiter auf den Boden oder auf einen der mitgebrachten Eimer, denn du bist todmüde. Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 2 weiterlesen

Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 1

Agricultural Checkpoints – Getrennt von Feldern und Plantagen

Der Landwirtschafts-Checkpoint in Quaffin
Der Landwirtschafts-Checkpoint in Quaffin

Seit Ende April bin ich mit meinem kleinen Team von 3 EAs (Ecumenical Accompaniers) im Standort in Tulkarm. Es handelt sich überwiegend um ein sehr fruchtbares landwirtschaftliches Gebiet, in dem viele Bewohner vom Ackerbau leben. Da Tulkarm am Fuße des palästinensischen Berglandes liegt, treten hier viele Wasserquellen zu Tage. Viele der örtlichen Brunnen haben bereits vor der israelischen Staatsgründung existiert und deshalb ist das Wasserproblem in diesem Gebiet vergleichsweise klein. Checkpoints entlang der Trennbarriere – Teil 1 weiterlesen

Mit gewissem Abstand

Rückblick auf eine Zeit als ökumenischer Begleiter in Bethlehem

erschienen im Schneller-Magazin 02/2016

Denis_BethlehemIch bin zurück im gewohnten und wohlbehüteten Umfeld, zurück in einer Realität, die sich erst einmal gar nicht mehr nach meiner anfühlt. Drei Monate können ganz schön prägend sein. Die Zeit als EA (Ecumenical Accompanier, ökumenischer Beobachter) ist sehr intensiv gewesen und voll an neuen Eindrücken. Und die muss ich nach meiner Rückkehr aus Bethlehem erst einmal aufarbeiten.

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Beit Fajjar – Ein Dorf unter kollektiver Bestrafung

Verlassener Steinbruch in Beit Fajjar
Verlassener Steinbruch in Beit Fajjar

Wir verlassen Bethlehem Richtung Süden und kommen nach Beit Fajjar – ein Dorf, das in den B- und C-Gebieten des Westjordanlands liegt und somit der israelischen Militärverwaltung unter-liegt. Nach einer mehrtägigen Straßensperre ist ein Zugang heute wieder möglich. Ein Dorf „abgeriegelt“ – was bedeutet das? Beit Fajjar – Ein Dorf unter kollektiver Bestrafung weiterlesen

Fußball – Eine andere Form des Widerstands

Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir
Die Mannschaft aus Susiya beim Gruppenbild, im Hintergrund in Orange die Spieler aus Um al Kheir

Die beiden Fußballteams von Um al Kheir und Susiya treffen sich zu einem Freundschaftsspiel an einem Donnerstag im März. Beide Dörfer liegen in den sogenannten C-Gebieten der South Hebron Hills und streiten seit vielen Jahren mit israelischen Behörden um eine rechtmäßige Anerkennung. Während die Menschen in Um al Kheir umsiedeln sollen, weil ihr Dorf direkt an die israelische Siedlung Karmel grenzt, sind Familien in Susiya in ihrer Existenz bedroht, da ihr ursprüngliches Dorf 1986 aufgrund seiner archäologischen Bedeutung in ein Museum umgewandelt wurde. Seitdem leben sie „illegal“ auf ihrem angrenzenden Farmland. Fußball – Eine andere Form des Widerstands weiterlesen

Schäferidylle in den South Hebron Hills?

Auf dem Weg zum Weideland
Auf dem Weg zum Weideland

Gemeinsam mit vier Hirtenjungen aus Susiya und ihrer Herde sind wir in der hügeligen Landschaft von Masafer Yatta unterwegs. Die Frühlingssonne scheint, eine leichte Brise weht und die Wiesen leuchten in hellem Grün. Schafe und Ziegen erfreuen sich an dem frischen Futter und grasen genügsam. Schäferidylle in den South Hebron Hills? weiterlesen

Stichtag 5.Juni: Bewerbungsschluss für den Einsatz mit EAPPI

Ökumenischer Begleiter in Hebron mit Kindern auf dem Weg zur Schule
Ökumenischer Begleiter in Hebron mit Kindern auf dem Weg zur Schule

Seit 2002 haben über 1500 Menschen aus aller Welt am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel teilgenommen. Viele beschreiben diese Erfahrung als eine, die das eigene Leben verändert: die Sicht auf einen Konflikt, der mehrheitlich polarisiert; die Herausforderung, jedes Gegenüber zuerst als Mensch zu sehen; sich selbst und das eigene Handeln in einer derart angespannten Umgebung stets neu zu hinterfragen. Sie alle verbindet ein Schatz an Begegnungen mit Menschen in Palästina und Israel, die Hoffnung spenden, sei es in Form von Gastfreundschaft, durch interessante Gespräche oder eine nahezu unerschütterliche Standhaftigkeit. Stichtag 5.Juni: Bewerbungsschluss für den Einsatz mit EAPPI weiterlesen

Wasser im Jordantal – Zwischen Überfluss und Mangelware

Khaled (links) und Mohammad, zwei Bauern in Al Jiftlik, haben das Ernten der Zucchini kurz unterbrochen, um mit uns zu sprechen. Ab Juni (bis September) werden sie aufhören müssen zu arbeiten, weil kein Wasser für die Felder mehr vorhanden sein wird.
Khaled (links) und Mohammad, zwei Bauern in Al Jiftlik, haben das Ernten der Zucchinis kurz unterbrochen, um mit uns zu sprechen. Ab Juni (bis September) werden sie aufhören müssen zu arbeiten, weil kein Wasser für die Felder mehr vorhanden sein wird.

Das Thema Wasser ist eines der wichtigsten in der Westbank und besonders im Jordantal. Fahren wir über Land in die Gemeinden, zu den Bauern, den Arbeitern und Arbeiterinnen oder den Hirtenfamilien, dann berichten sie über den Wassermangel, die Höhe der Wasserpreise, das Fehlen oder die Zerstörung von Wasserinfrastruktur. Wasser im Jordantal – Zwischen Überfluss und Mangelware weiterlesen

Menschlichkeit im Raketenhagel – Stimmen der Vernunft in Sderot

Sderot an der Grenze zum Gaza-Streifen
Sderot an der Grenze zum Gaza-Streifen

Wie lebt es sich in einer israelischen Stadt, in der seit 15 Jahren Raketen militanter palästinensischer Gruppierungen aus dem Gazastreifen menschliches Leid verursachen? In einer Stadt, in deren unmittelbarer Nachbarschaft drei Gazakriege (2008, 2012, 2014) immense Verwüstungen und tausende Tote hinterlassen haben? Wir haben die Friedensaktivistin Nomika Zion in Sderot getroffen und von ihr erfahren dürfen, wie der Alltag knappe drei Kilometer entfernt vom Gazastreifen aussieht. Menschlichkeit im Raketenhagel – Stimmen der Vernunft in Sderot weiterlesen